Adblocker – ja bitte!

Früher. Zu Beginn des Internets. Da stellten Menschen aus Überzeugung Texte kostenlos ins Internet. Das war toll. Bildung für alle. Hurra.
Das machte das Internet attraktiv und immer mehr wollten das nutzen. Dann kamen Menschen auf die Idee, man könnte vielleicht hier und da ein Werbebanner für ein anderes Angebot um den Text platzieren. So als kostenloser Austausch.  Dieses kostenlose System funktionierte eine Weile so recht gut.

Doch als immer mehr Leser interessante Texte lasen, kamen geldgeile Menschen auf die Idee, Werbebanner für Geld auf ihre Seite zu setzen. Auch das funktionierte noch eine Weile recht gut. Werbebanner wurden später durch Werbebanner-Server, sogenannte Adserver, ausgeliefert. Die Seiten wurden
langsamer geladen. Die Werbemaffia konnte endlich über Cookies und andere Verfahren die Nutzer anfangen zu verfolgen.

Für was interessiert sich Nutzer X im Gegensatz zu Nutzer Y? Die Anzeigen werden personalisiert als Hoffnung auf mehr Nutzen.
Doch die Nutzer haben kaum Interesse an der Werbung. Werbebanner werden kaum angeklickt. Das Geschäftsmodell geht kaum auf.
Das Internet bekommt neue Möglichkeiten. HTML bekommt neue Versionen. Flash betritt den Markt. Die Werbeindustrie nutzt die Möglichkeiten. Der Nutzer wird mit Bewegtbildchen und Geräuschen aus dem OFF per Blödwerbevideo malträtiert.
Werbung wird über den Inhalt gelegt und den Besucher am Nutzen des Inhalts gehindert.

Der Nutzer ist genervt. Das Internet ist kaputt. Jedoch jammert der Nutzer nicht. Er wird aktiv und beginnt sich zu schützen. Sein Schutz ist das Ausklammern der Werbung. Das Blockieren.
Sein Browser wird wieder nutzbar, kein plötzlich öffnendes Fenster erschreckt ihn mehr, er wird nicht mehr durch Geräusche gestört, kein zappelndes Video lenkt mehr ab. Der Nutzer kann wieder ungestört im Internet surfen, ohne dass Marketingdeppen ihm bei jedem Schritt über die Schulter schauen.

Nun heulen die Contentanbieter. Doch warum? Die Werbung hat die Nutzer vergrault.  Das einzige Geschäftsmodell geht nicht auf:
Mit irgendwelchen Methoden Menschen auf ihre Seite locken und dann mit Werbung bombadieren. Für dieses Werbe-Bombardement erhalten sie Kohle.
Der Content ist nur der Honig, das Lockmittel.
Nun heulen sie aber, weil die Nutzer den Honig nehmen, aber das Bombardement vermeiden.

Wird das Bombardement durch Werbung und Tracking nicht weniger, werden keine alternativen Möglichkeiten zur Finanzierung von Contentangeboten gefunden, dann wird das Internet in weniger als 5 Jahren zu einem massiven Wandel gezwungen.
Liebe Contentanbieter und Adblocker-Heulsusen!
Das Internet war vor Euch da. Es war vor Euch kostenlos.
Die kostenlosen Angebote waren der Erfolg des Internets.
Euer Geschäftsmodell, Content mit Werbebomardement und Userverfolgung zu finanzieren, ist der falsche Ansatz. Ihr könnt natürlich Nutzer aussperren
und nur gegen Cash reinlassen. Das ist euer gutes Recht. Es hat Euch auch niemand gezwungen, Content für lau anzubieten. Doch dann beschwert Euch
nicht. Ihr habt das selbst zu verantworten!

Ihr scheint jeoch ein Grundlegendes Prinzip nicht beachtet zu haben: Wer im Internet offen Content anbietet, muss damit rechnen, dass es auch
Menschen gibt, die diesen Content ohne Gegenleistung nutzen und ihn weiter verbreiten. Das liegt im Konstrukt des Netzes und der genutzten
Technologie tief zu Grunde. Wenn Euch das nicht passt, dann nutzt es nicht, aber heult nicht rum.

Ihr Contentanbieter müsst dringend umdenken. Ihr müsst Euch zusammen tun und eine faire Strategie entwickeln, wie ihr eure Angebote finanziert. Das
bisherige System, Content mit aufdringlicher Werbung zu finanzieren, wird keine Zukunft haben.

Ein Micropayment, und zwar EINES, keine dutzend, eines, das einfach und Gebührenfrei funktioniert, könnte eine Möglichkeit sein.
Die Bindung des Nutzers an ein lokales oder regionales System jedoch wird versagen. Es muss global sein, denn Nutzer sind wechselmütig. Sie wollen auch andere Contentanbieter  nutzen.

Ich werde weiter Werbung blocken.
Weil ich mich nicht verfolgen lassen möchte.
Weil ich mein Gerät so nutzen will, wie ich möchte.
Weil ich von Werbung nicht verarscht werden will.
Weil Werbung zu 99,9% langweilig, doof und einfallslos ist.

Der #Adblocker ist meine Verteidigung auf das Eindringen der Werbemüllproduzenten in meine Privatsphäre.