Gamescom

Gamescom – groß. laut. warten.

Ein Tag gamescom ist wie naschen. Zum Satt werden zu wenig, aber loslassen kann man auch nicht mehr. Die Füße schmerzen nach 6 Stunden, weitere 4 könnte man noch bleiben. Die großen Spiele kann man kaum anspielen, die Schlangen sind lang. Die Medien stürzen sich auf die Fans, die für 20 Minuten das neue Spiel anzutesten gerne mal 2-3 Stunden anstehen. Ordentlich. Da reichen auf den Boden gemalte Markierungen für die Warteschlange aus. Es herrscht kein Gedränge wie am Flughafenabfertigungsschalter, wo man diese Bänder zieht.
Unglaublich, wie groß die Spielebranche ist. Die digitale. Die moderne. Die programmierte. EA hat wieder eine riesige Arena aufgebaut. Man scheint wohl sehr gut damit zu verdienen. Und die Jugend scheint sehr sehr viel Geld fürs Spielen auszugeben.
Da werden Brettspielhersteller sicher neidisch.
Und Videogames ist kein Jungsspielzeug mehr. Längst haben die Mädels auch digitales Spielen entdeckt. Das ist gut so. Doch die Geschlechtertrennung wirkt auch auf der gamescom. Während Jungs vorwiegend an PC und Spielkonsole verweilen, nutzen gefühlt mehr Mädels das Verkleiden. Das Umsetzen ihres virtuellen Charakters in die reale Welt. Das Cosplay. Nein, auch Jungs machen das, gefühlt jedoch mehr das weibliche Geschlecht.

Was bleibt eine Woche nach der Gamescom? Eindrücke. Virtuelle Welten, die noch erschlossen werden müssen. Mit Oculus Rift und HTC Vive gibt es die Hardware, nun müssen die Programmierer und Spieleentwickler was draus machen. Und vor allem müssen die Systeme kompatibel bleiben.  Was auf Oculus Rift läuft muss auch auf der HTC Vive oder der Playstation VR funktionieren. Denn kein Gamer wird sich alles VR-Brillen kaufen. können.

Mit Pokemon Go hat Niantic/Nintendo kurz vor der Messe den fetten Massive Mobile Online Role Game mit Augmented Reality Hammer gelandet. Die wichtigste Spielemesse haben sie jedoch verpatzt. Kein Pokestop. Keine Arena. Kein Special Gamescom Pokemon.

Überhaupt war die Handyspielsparte auch dieses Jahr wieder – abwesend. APP-Store und Playstore setzen Milliarden mit Spielen für Smartphones um. Auf der Gamescom waren sie nicht zu sehen.

Gebogene Monitore allerorts. Ob einer, zwei oder gar drei. Rennspiele machen damit deutlich mehr Spaß. Kann man auch besser damit im (Home)Office arbeiten. Man wird sehen. Das könnten meine Nächsten werden.

Und, liebe Köln-Messe, damit wir uns irgendwann wiedersehen:
Eure Einlass-Ticketscanner sind so lahmarschig, da wird sogar die Milch sauer. QR heißt eigenltich Quick-Response, doch gefühlt dauert es 15 Sekunden, bis der Code erkannt ist und das Türchen aufgeht.

Entkommen kannst Du nicht. Überall wird gefilmt. Das TV filmt die „Freaks“, die Tech-Magazine die Trends und Neuigkeiten, die Youtuber ihre Kontrahenten und die Besucher sich selbst. Ziemlich sicher wird jeder Anwesende auf einem Video auf einem Social-Kanal irgend eines Filmers zu sehen sein.