Nur etwas Smart

Es war Zeit. Der alte Röhren-TV ist ausgemustert. Ein moderner Flachbildschirm ist dafür eingezogen. So mit HD und Internet und so.  Ein 39 VLE 941 von Grundig ist es geworden. Weil der nämlich ganz schön anschlussfreudig ist. Neben vier HDMI-Eingängen gibt’s noch einen RGB-Eingang, einen Scart-Anschluss, einen Video-Eingang mit Cinch und einen Composite-Eingang sowie einen RJ45 Netzwerkanschluss. Neben dem DVB-C-Anschluss fürs KabelTV bringt der 430 Euro teure 100cm TV auch noch einen DVB-S Eingang für eine Satschüssel. Zwei USB-Anschlüsse spielen Video und Audio-Dateien sowie Bilder ab. Aufnehmen des Programmes auf einen USB-Stick ist nicht möglich.

An den Scart kam der alte HUMAX-Digitaltuner mit Festplatte, die Wii Konsole an den ollen Videoeingang und glücklicherweise hatte der alte DVD-Player neben einem Scart-Anschluß sogar einen Composite-Ausgang. Perfekt. Alle alten Geräte laufen weiter.

Gefüttert wird das LCD-TV mit DVB-C von Kabel-BW. Die Sendersuche ging gut von statten. Doch die Bildqualität war nach einem kurzen Aha-Erlebnis etwas ernüchternd. Klar, die meisten Sender sind noch in wenig auflösendem SD-Digitalformat, also 576p. Da tut sich quasi nix in Bildqualität. Eher sogar schlechter, weil es auf mehrere Pixel hochgerechnet werden muss. Was eher auffällt, ist die starke Kompression der digitalen Bilder. Matsch-TV wäre der bessere Ausdruck. Harte Hell-Dunkel-Kanten zeigen die typischen JPG-Kompressionsartefakte. Verschiedene Einstellungen am Display brachten bisher keinen Erfolg. Es liegt am Sender.

Die Bildqualität der beiden frei empfangbaren öffentlich-rechtlichen HD-Sender, also ARD-HD und ZDF-HD ist zwar deutlich besser, mit 720p  aber immer noch nicht State-of-the-Art.  Einzig Servus-TV bringt 1080i. Action-Filme machen keinen Spaß. Schnelle Bewegungen führen aufgrund der Kompression zu feinen Klötzchen. Ja, das Signal kommt stark genug am TV an.

Nein, ein Genuss ist Digital-TV derzeit nicht. Eher reut einen die Anschaffung eines neuen TV, denn er bringt eigentlich außer einem größerem Bild und der Möglichkeit, HDMI-Zuspieler anzuschließen, gar nix.

Apropos Internet am TV:

Einen WLAN-Anschluss hat der TV nicht direkt, es muss ein gerätespezifischer WLAN-Stick für den USB-Anschluss gekauft werden. Meine alternativen Versuche, per altem Router das WLAN-Signal zum TV zu bringen, scheiterten, weil der alte Router regelmäßig Verbindungsabbrüche hatte. Das Verlegen eines Netzwerkkabels war dann letztendlich schneller als stundenlange Konfigurationsspielereien.

Die Grundig-APP auf Android und iOS-Geräten steuert den TV übers Netzwerk. Jedoch wurde dabei größtenteils nur eine Fernbedienung abgebildet, die man dann drückt. Die Möglichkeiten, die eine APP-Steuerung bieten würde, wie z.B. eine Drag&Drop Sortierung der Senderliste wird nicht geboten. Eher macht die APP-Steuerung den Eindruck, dass die Marketing-Abteilung einen Haken bei „Wir haben auch eine APP“ machen kann.

Die Anbindung der ÖR-Sender an deren Mediathek funktioniert flüssig. Kurze Störungen wie Blöckchen und Co sind eben internetbedingt. Richtiges Internet wird jedoch nicht geboten: ein Browser ist Fehlanzeige. Installierbar sind ein paar Apps wie Youtube, Watchever und Chip-TV. Amazon Prime bleibt bisher außen vor. Also alles nur ein bisschen Smart.

Fazit: Neuer Flach-TV ganz nett, die Sendetechnik hängt aber den Möglichkeiten deutlich hinterher. Ein Full-HD ist derzeit gar nicht nötig, es gibt – zumindest im Kabel-BW-Netz – so gut wie keine Kanäle, die solch einen TV überhaupt nutzen.  Zum Glück habe ich nicht mehr ausgegeben.