Unitymedia und das Modem

Ein einfacher schneller Internetanschluss. Das wär’s. Doch sowas gibt’s ja heutzutage nicht mehr.

Wir nutzen seit 8 Jahren einen KabelBW – heute Unitymedia – Kabelanschluss mit 20Mbit down und 1 Mbit up und Telefonie. Damals erhielten wir ein Arris-Modem, das auch nur ein reines Modem mit dem älteren Standard Docsis 2.0 ist. Das kann aber leider maximal 50Mbit. Der Anschluss funktioniert mehr oder weniger stabil, die Performance ist meist tadellos.

Nun hatten wir nach einiger Überlegung das Upgrade auf 120Mbit  down und 5Mbit up angedacht. Streaming von Filmen und Gaming ist gleichzeitig nicht wirklich möglich. Für ein Upgrade wird ein neues Modem benötigt, das den Docsis 3.0 Standard erfüllt. Soweit so gut.
Einen Router sowie eine komplette Netzinfrastruktur mit rund 30 Geräten, die im heimischen Netzwerk aktiv sind, besitzen wir bereits. Also benötigen wir lediglich ein kleines einfaches Docsis 3.0 Modem. Das hatten wir bei der telefonischen Bestellung  auch so angegeben, uns wurde die Zusendung eines reinen Modems zugesichert. Wie immer nach zahlreichen Telefonaten mit Mitarbeitern die keine Ahnung hatten, Weiterleitungen und nicht mehr gültigen Telefonnummern, wie es halt bei großen Telekommunikationsunternehmen üblich ist.

Heute kam das Ding. Es ist ein Modem mit Zwangsrouter.  Inkl. Wlan auf 2.4 und 5.0 GHZ. Man kann zwar weitere Router dahinter hängen, das hat jedoch so seine kleinen Auswirkungen:
Der Zwangsrouter TC 7200 mit der Unitymedia-Software hat keinen Bridge-Modus. So kann mein Router die von Unitymedia vergebene IP-Adresse nicht sehen. Der Betrieb von Dyndns ist damit nicht mehr möglich. Weiterhin wird der Zwangsrouter versuchen, Geräte im Netzwerk mit DHCP zu versorgen. OK, das ist abschaltbar, aber nervig. Wie die Konfiguration von VPN-Diensten und Gaming hinter zwei Routern ist, will ich mir gar nicht vorstellen.
Von Sicherheitslücken bzw. Updates auf dem Zwangsrouter mal ganz zu schweigen.

Die Alternative wäre eine Fritzbox von Unitymedia. Für weitere 5 Euro/Monat. Weil ich ja schon einen Router habe. Mit WLAN. Und diversen Portfreigaben, sperren, Zeitplan, Dyndns, festen IP-Adressen etc. Nein. Das übertrage ich nicht erneut. Und wenn es mir danach ist, kaufe ich eben einen anderen Router. Mit anderen Funktionen, die zu unserer Netzstruktur passen. Vielleicht einer von Cisco oder …

Also habe ich heute wieder nach einer Odyssee mit Hotlinepingpong und mehreren Anrufen (weil die Weiterleitung ins Nirvana ging) das Upgrade widerrufen.

NEIN, Unitymedia. Ich will solchen Mist nicht.  Ich will keine Extras. Ich will keine „Features“.
Ich will einfach einen Netzabschluss, an den ich meine Geräte anhängen, so konfigurieren und Sicherheitsupdates machen kann, wie ich das für richtig halte.